Gentechnik in der Landwirtschaft

Gentech-Food im Berliner KaDeWe

Keine Gentechnik - 15. Mai 2012 - 11:20
Greenpeace-Aktivisten protestieren heute in Berlin vor dem größten Kaufhaus Europas, dem Kaufhaus des Westens (KaDeWe), gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel. Laut Greenpeace bietet das KaDeWe 37 verschiedene Produkte an, die gentechnisch veränderte Sojabohnen, Zucker oder Maisstärke enthalten. Die Produkte wurden aus den USA importiert und sind in der Regel in der klein gedruckten Zutatenliste gekennzeichnet. Greenpeace entdeckte jedoch auch eine Backmischung mit gentechnisch verändertem Mais, der auf der Packung nicht deklariert ist. Die Kennzeichnung von Zutaten aus gentechnisch veränderten Pflanzen ist in der EU Pflicht und Importeure machen sich strafbar, wenn sie dagegen verstoßen. Die Umweltorganisation fordert das KaDeWe auf, die Produkte aus dem Sortiment zu nehmen. Die Lebensmittelabteilung des KaDeWe ist normalerweise bekannt für seine edlen Produkte in der berühmten Feinschmeckeretage. Mit einer öffentlichkeitswirksamen Aktion klären die Aktivisten Verbraucherinnen und Verbrauch über das „Gen-Food“ auf und geben ihnen die Möglichkeit, mit einem Stimmzettel gegen die ungewollten Produkte zu protestieren. In den USA sind Gentechnik-Mais, -Soja und -Zuckerrüben weit verbreitet. Sie werden dort zu Lebensmitteln verarbeitet, die nicht gekennzeichnet werden müssen. Doch der Widerstand formiert sich: Immer mehr Lebensmittelhersteller wollen gentechnikfrei produzieren und bereits über eine Million US-Bürgerinnen und -Bürger haben eine Petition unterschrieben, mit der eine Lebensmittel-Kennzeichnung gefordert wird.Greenpeace: Gen-Food im KaDeWeInfodienst: Gentechnik in LebensmittelnInfodienst: Kennzeichnung in der Europäischen Union

EU-Parlament: Nein zu Patenten auf Pflanzen und Tiere

Keine Gentechnik - 11. Mai 2012 - 17:40
Gestern verabschiedete das Parlament in Brüssel mit großer Mehrheit eine Resolution gegen die Patentierung von Tieren und Pflanzen sowie konventionelle Züchtungsverfahren. Das Parlament sieht bei der derzeitigen Praxis der Patentvergabe kleine und mittlere Unternehmen aber auch die Ernährungssicherung in Gefahr. Nun sollen Kommission und Mitgliedstaaten die Forderungen rechtssicher und EU-weit in einer neuen Verordnung verankern. Der freie Zugang und die freie Verwendung von Züchtungsmaterial müssen im sogenannten Züchtungsprivileg garantiert werden- ein erfolgreicher Hebel, um der zunehmenden Monopolisierung und Konzentration auf dem europäischen Saatgutmarkt entgegenzuwirken. Ruth Tippe von der internationalen Koalition „Keine Patente auf Saatgut!“ begrüßt die Resolution: „Dies ist ein großer Erfolg für alle Landwirte, Züchter und Verbraucherinnen, die wegen der zunehmenden Monopolisierung der Lebensmittelerzeugung und Landwirtschaft besorgt sind“. Der Deutsche Bundestag hatte im Februar 2012 einen Stopp der Patentierung von Pflanzen und Tieren gefordert. Nun bleibt zu hoffen, dass dieser Impuls von der Regierung auch weiter getragen wird. Europäisches Parlament: EntschließungsantragDie Grünen/EFA: Pressemitteilungno patents on seeds: PressemitteilungBÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: PressemitteilungInfodienst: Hintergrund Patente in der Landwirtschaft

EFSA-Nähe zur Industrie Thema im EU-Parlament

Keine Gentechnik - 10. Mai 2012 - 11:55
Heute stimmt das Europäische Parlament über einen Antrag des Haushaltsausschusses ab, den Haushalt der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) für 2010 nicht abzusegnen. Hintergrund sind Interessenskonflikte bei der EFSA sowie überhöhte Ausgaben der Behörde, die immer mehr in der Kritik steht. Am laufenden Band werden Fälle aufgedeckt, bei denen Mitarbeiter der Behörde zur Gentechnik- und Lebensmittelindustrie oder umgekehrt wechseln. Dies ist sehr brisant bei einer Institution, die für die Sicherheitsbewertung von Lebensmitteln und Gentechnik-Pflanzen zuständig ist. Bisher lieferte die EFSA beispielsweise keine einzige negative Bewertung von gentechnisch veränderten Pflanzen ab, auf deren Grundlage die Zulassung in der EU entschieden wird. Nun wurde bekannt, dass Diána Bánáti, die Vorsitzende des EFSA-Verwaltungsrates, von ihrem Amt zurückgetreten ist und dafür zu der Lobby-Organisation der Lebensmittel- und Agrar-Industrie ILSI wechselt. Die EU-Kommission hat außerdem die Gentechnik-Lobbyistin und ehemalige Monsanto-Mitarbeiterin Mella Frewen als neues Verwaltungsratsmitglied der EFSA vorgeschlagen. Das EU-Parlament lehnt die Berufung Frewens fraktionsübergreifend ab. Christoph Then vom Verein Testbiotech bewertet den Antrag des EP-Ausschusses als einzigartigen Vorgang und deutliches Zeichen der Politikerinnen und Politiker. "Bei der EFSA sind grundsätzliche Änderungen nötig. Die internen Kontrollmechanismen haben bisher weitgehend versagt. Eine Ursache dafür ist die industrienahe Besetzung des Verwaltungsrates. Bisher hat die Industrie viel zu viel Einfluss auf dieses wichtige Gremium", so Then.Testbiotech: Vorsitzende des Verwaltungsrates verläßt EFSA wegen InteressenskonfliktenEP-Haushaltsausschuss: Bericht zum EFSA-HaushaltsplanTestbiotech: EU-Kommission schlägt Ex-Mitarbeiterin von Monsanto als Kandidatin für Verwaltungsrat der EFSA vorSTERN.DE: Verbraucherschutz: EU-Lebensmittelbehörde unter LobbyverdachtWirtschaftsBlatt: Drei EU-Agenturen droht Blamage im ParlamentInfodienst Dossier: EFSA-Reform

Tierzucht-Patent widerrufen

Keine Gentechnik - 8. Mai 2012 - 14:20
Das Europäische Patentamt hat letzte Woche ein Patent auf Tierzucht widerrufen. Das von der US-Firma XY LLC stammende Patent beinhaltet ein Verfahren, bei dem Sperma für die künstliche Besamung mithilfe einer Apparatur selektiert wird, um das Geschlecht für Nachkommen zu bestimmen. Patentrechtlich geschützt war auch das dadurch ausgewählte Sperma. Das Bündnis „Kein Patent auf Leben“ warnt vor Auswirkungen auf die Landwirtschaft, weil künstliche Besamungen in der Rinderzucht bereits weit verbreitet sind. 2005 legten die Grünen im Europäischen Parlament und Greenpeace Einspruch gegen das Patent ein. Es geriet bereits damals in die Schlagzeilen, weil es sich ursprünglich auch auf die Geschlechtswahl bei Menschen erstreckte. „Wir fordern die Regierungen, das Europäische Parlament und die Europäische Kommission auf, jetzt gegen solche Patente auf Pflanzen und Tiere grundsätzlich vorzugehen. Diese Patente betreffen nicht nur Landwirte und Züchter, sondern auch die Verbraucherinnen und Verbraucher”, sagt Christoph Then, Sprecher der internationalen Koalition „Keine Patente auf Saatgut!“. Schon lange steht die Forderung im Raum, das europäische Patentrecht zu überarbeiten und Patente auf Lebewesen zu verbieten. Doch außer Absichtserklärungen ist bisher nichts passiert. Vertreter mehrerer Parteien im Europäischen Parlament haben jetzt eine gemeinsame Resolution verfasst, über die am 9. Mai im Europäischen Parlament abgestimmt werden soll.no patents on seeds: Patent auf Tierzucht widerrufenInfodienst: Hintergrund Patente in der Landwirtschaft

Das hundertste Unternehmen nutzt Ohne-Gentechnik-Logo

Keine Gentechnik - 7. Mai 2012 - 12:50
In Anwesenheit von Bundesministerin Ilse Aigner wurde der Molkerei Zott heute als das hundertste Unternehmen offiziell die Erlaubnis zur Nutzung des Ohne-Gentechnik-Siegels überreicht. Die Verbraucherministerin hatte das grüne, rautenförmige Logo 2009 ins Leben gerufen, um ein einheitliches Siegel für alle Produkte zu schaffen, die ohne Gentechnik hergestellt sind. Die Molkerei Zott hatte bereits letztes Jahr seine Mozzarella-Marke Zottarella umgestellt, jedoch bisher ein firmeneigenes Logo verwendet. Mit der Nutzung des bundesweit bekannten Siegels stärkt Zott nun den Wiedererkennungswert gentechnikfreier Produkte für Verbraucherinnen und Verbraucher. Die Molkerei kann aufgrund der neuen Qualitätskriterien bereits Erfolge erzielen. Mit dem Mozzarella wird ein Absatzwachstum von 25% erreicht. Auch ein weiterer Käse der Firma soll daher demnächst auf eine gentechnikfreie Herstellung umgestellt werden. „Die Nachfrage der Lebensmittelwirtschaft nach einer Produktion ‚Ohne GenTechnik‘ wächst ungebremst“, so Jochen Koester vom Verband Lebensmittel ohne Gentechnik. Bereits 10% der Milch und 50% der Eier in Deutschland werden nach den Siegel-Kriterien produziert. Diese positive Entwicklung war vor knapp drei Jahren, als das Logo eingeführt wurde, nicht unbedingt abzusehen. Damals nutzten nur wenige Firmen die Kennzeichnung, weil mit der Umstellung viel organisatorischer Aufwand verbunden ist. Doch der zahlt sich aus, denn der Wunsch von Verbraucherinnen und Verbraucher nach gentechnikfreien Lebensmitteln ist groß. Das Logo liefert außerdem mehr Transparenz bei der Lebensmittel-Herstellung, so Koester.VLOG: Ministerin Aigner würdigt Engagement der Genuss-Molkerei ZottInfodienst Dossier: 'Ohne Gentechnik'-KennzeichnungAugsburger Allgemeine: Zott: Das Wagnis ohne Gentechnik

Nulltoleranz im Saatgut kein Problem

Keine Gentechnik - 4. Mai 2012 - 19:50
Verunreinigungen im Maissaatgut durch gentechnisch veränderte Organismen sind in diesem Jahr stark zurückgegangen. Das wird aus der Auswertung der Daten der zuständigen Landesbehörden durch Greenpeace und Bioland deutlich. Waren im Jahr 2011 noch 29 von 417 Saatgutproben verunreinigt, sind es im Jahr 2012 gerade mal 11 von 419. Die Verunreinigungen konzentrieren sich auf die fünf Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Niedersachsen und Thüringen. Weil die Jahre davor die Verunreinigungsraten angestiegen waren, hatten die Umweltorganisation und der Bioverband bessere Beprobungen und mehr Transparenz gefordert. Für Dirk Zimmermann von Greenpeace zeigen die Ergebnisse klar: „Saatgut mit Spuren von Gentechnik bleibt eine Ausnahme, wenn umfassend kontrolliert wird“. Die Behauptung der Saatgut-Industrie und dem Bundesverband der Deutschen Pflanzenzüchter, eine Nulltoleranz bei Saatgut sei nicht einzuhalten und es müsse ein Schwellenwert von 0,1 eingeführt werden, ist bei diesen Ergebnissen nicht nachvollziehbar. Jan Plagge, Präsident von Bioland macht deutlich: „Gentechnikfreies Saatgut ist die Grundlage für eine nachhaltige Lebensmittelproduktion und Landwirtschaft. Es gibt keinen Grund, dieses Reinheitsgebot für Saatgut aufzuweichen. Nicht einmal der Landwirt weiß dann noch, was auf seinem Acker wächst“. Für Harald Ebner, Bündnis 90/Die Grünen, ist das Ergebnis ein klares Signal an die Bundesregierung, das Nulltoleranz-Prinzip gegenüber gentechnischen Verunreinigungen aufrechtzuerhalten.Greenpeace und Bioland: PressemitteilungGreenpeace, Bioland: Verunreinigungen von Mais-Saatgut mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) 2012Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen: Pressemitteilung

Strafanzeige gegen Syngenta wegen Prozessbetrug in Sachen Gentechnik

Keine Gentechnik - 4. Mai 2012 - 16:45
Vorgestern stellte der Landwirt Gottfried Glöckner, gestützt von drei Organisationen, Strafanzeige bei den Staatsanwaltschaften Frankfurt, Hanau und Basel gegen den Agro-Multi Syngenta. Es geht um Prozessbetrug, Sachbeschädigung und den Verstoß gegen das Gentechnikgesetz. Der Konzern hat scheinbar eine 1996 in den USA durchgeführte Fütterungsstudie des Gentechnik-Mais Bt 176 unterschlagen. Laut klagendem Landwirt wurde ihm die Studie 2009 zugespielt. Die 1996 von Syngenta selbst in Auftrag gegebene Studie wurde scheinbar nach zwei Tagen abgebrochen, da eines der vier Tiere verendete. Glöckner, einer der ersten Landwirte, die Gentechnik-Mais anbauten, verfütterte den zu Versuchszwecken angebauten Gentechnik-Mais Bt 176 von 2000 bis 2002 an seine Kuhherde. In dieser Zeit starben insgesamt 13 Tiere auf ungeklärte Weise. Einen Zusammenhang stellte Glöckner erst später her und verklage Syngenta auf Schadensersatz. Die Klage wurde abgewiesen, da Syngenta angab, es hätte keine Fütterungsversuche mit dem Gentechnik-Mais gegeben und es wären daher auch keine Risiken bekannt gewesen. Lag dem Konzern die Studie vor, kann man ihm Prozessbetrug vorwerfen, Sachbeschädigung an der Herde und den Verstoß gegen das Gentechnikrecht. Die Todesfälle hätten als „unerwartetes Ereignis“ gemeldet werden müssen. Wusste die zuständige deutsche Behörde - damals das Robert Koch Institut - von der Fütterungsstudie, hätte sie die Versuche nicht zulassen dürfen. Nun steht ein Ermittlungsverfahren aus.Klagebündnis gegen Syngenta: Pressemitteilung

Schweinezüchter erntet Gewinne aus gentechnikfreiem Soja

Keine Gentechnik - 2. Mai 2012 - 16:50
Ein dänischer Bericht über die positiven Folgen der Umstellung auf gentechnikfreie Fütterung eines konventionellen Schweinezüchters hat für große Aufregung gesorgt. Das dänische Zentrum für Schweinezucht „Videncenter for Svineproduktion“ (VSP) hat daraufhin beschlossen, eine Fütterungsstudie durchzuführen. Ein weiterer Landwirt hat die Beobachtungen zu Gesundheitsgefahren durch Gentechnik-Soja bestätigt. Gegenüber dem dänischen Landwirtschaftsblatt „Effektivt Landbrug“ berichtete der Schweinezüchter Ib Borup Pedersen von der sofortigen Verbesserung des Gesundheitszustandes seiner Sauenherde durch die Umstellung auf gentechnikfreies Soja. Zu seinen Beobachtungen zählen: das Ausbleiben von Durchfallerkrankungen, eine höhere Ferkelzahl, einfacheres Abferkeln, weniger Totgeburten und kräftigere Ferkel. Allein die Einsparung der Medikamente deckt die Mehrkosten für gentechnikfreies Soja. Der Landwirt vermutet, dass die negativen Effekte der Gentechnik-Fütterung auf die Rückstände von Glyphosat in der Gentechnik-Soja zurückzuführen sind. Da es sich um Beobachtungen handelt, sind die Daten statistisch nicht belastbar. Das menschliche Magen-Darm-System ist dem von Schweinen sehr ähnlich, die Beobachtungen daher von besonderer Brisanz. Das dänische Zentrum für Schweinezucht hat nun beschlossen, die Magen-Darm Gesundheit von Schweinen mit Gentechnik- und gentechnikfreier Fütterung zeitnah zu vergleichen. Schon im Herbst 2012 wird die Studie von VSP gestartet. Kritiker bemängeln jedoch das Studiendesign, denn der Versuchszeitraum berücksichtigt nicht alle Wachstumsphasen, in denen toxische Effekte ausgelöst werden können. Ob garantiert ist, dass das gentechnikfreie Soja wirklich glyphosatfrei ist, bleibt offen. Die Kritiker sind dennoch froh. Mit der Veröffentlichung des Versuchs gibt das Forscherteam weiteren Spezialisten die Möglichkeit Kommentare abzugeben. Videncenter for Svineproduktion: Pavirker GMO-baseret soja grisens sundhed?Occupy Monsanto: GM soy linked to health damage in pigs – a Danish DossierInfodienst: Fakten zu Roundup und Glyphosat

USA: neuer umstrittener Gentechnik-Mais vor Zulassung

Keine Gentechnik - 27. April 2012 - 19:20
Das Landwirtschaftsministerium der USA will einen Gentechnik-Mais von Dow AgroScience zulassen, der gegen das hoch umstrittene und giftige 2,4-D resistent ist. Er soll die Lösung für die Superunkräuter bieten, die sich durch den Anbau von glyphosatresistenten Gentechnik-Pflanzen verbreiten. Heute endet die öffentliche Stellungnahme. In einem gemeinsamen Brief fordern 145 Umwelt-, Landwirtschafts-, Fischerei- und Gesundheitsorganisationen das Ministerium auf, die Zulassung dieses Gentechnik-Maises zu verhindern, da zwangsläufig ein vermehrter Einsatz von 2,4-D-Herbiziden die Folge ist. Sie appellieren an die Vernunft des Ministeriums, wenigstens die Prüfung auf Zulassungsverlängerung von 2,4-D abzuwarten. Die IARC (International Agency for the Research on Cancer) stuft 2,4-D als "möglicherweise krebserregend für den Menschen" ein und jüngste Forschungsergebnisse konnten Krebserkrankungen des Lymphsystems nachweisen. Schweden, Norwegen und Dänemark haben den Einsatz von 2,4-D aufgrund der Studien verboten. Das US-Umweltbundesamt EPA bestreitet bisher die Eindeutigkeit der Studien. Auch bei 2,4-D ist klar: Der Anbau der Gentechnik-Pflanzen wird zu einem drastischen Anstieg des Herbizides führen und die Bildung von immer neuen Superunkräutern ist absehbar. Schon heute warnen Wissenschaftler davor, bald ohne Lösungen dazustehen.Verbund von 145 Oransitionen: gemeinsamer Brief an USDA

Bundesregierung schweigt zur Gentechnik-Nulltoleranz

Keine Gentechnik - 27. April 2012 - 14:15
Die Bundesregierung ist nicht bereit, sich zu dem Vorschlag der EU-Kommission zur Aufweichung der Nulltoleranz bei Lebensmitteln zu positionieren. Dass seitens der EU ein solcher Vorschlag vorliegt, wurde von der Bundesregierung am Mittwoch im Agrarausschuss bestätigt. Eine Aussage zu ihrer Positionierung blieb seitens der Regierung trotz mehrfachem Nachfragen aus. Gelingt es der EU-Kommission die Nulltoleranz zu kippen, dürften Lebensmittel mit gentechnisch veränderten Organismen verunreinigt sein, die in der EU nicht zugelassen sind und nicht auf mögliche Risiken für Umwelt und menschliche Gesundheit überprüft sind. Bündnis 90/Die Grünen fordert Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner auf, sich in Brüssel für den Verbraucherschutz und gegen rein ökonomische Interessen der Lebensmittelindustrie zu positionieren und eine gentechnikfreie Land- und Lebensmittelwirtschaft zu unterstützen. Es ist nicht einzusehen, warum europäische Verbraucherinnen und Verbraucher zu Versuchskaninchen gemacht werden, nur um Importeuren der Lebensmittelindustrie Kosten und Aufwand zur Reinhaltung ihrer Produkte zu ersparen. Schon im vergangenen Jahr hat sich Ilse Aigner trotz zahlreicher Proteste bei der Aufweichung der Nulltoleranz in Futtermitteln auf die Seite der Industrie geschlagen.Bündis 90/Die Grünen: PressemitteilungInfodienst: Null-Toleranz für nicht zugelassene GVOstop agrar online: Dalli befürwortet neue GVO-Schwellenwerte für Lebensmittel

BASF-Gentechnik-Großmeister geht

Keine Gentechnik - 26. April 2012 - 13:05
Das bei der BASF für Gentechnik zuständige Vorstandsmitglied Stefan Marcinowski tritt Ende dieser Woche in den Ruhestand. In einem Interview mit der Zeit zieht er Bilanz: Rund 1,3 Milliarden Euro hat die BASF in die Agro-Gentechnik investiert. Herausgekommen ist dabei so gut wie nichts. Frustriert teilte der Konzern Anfang des Jahres mit, dass seine Arbeit hierzulande nicht fruchtet und die Gentechnik-Sparte daher in die USA verlegt wird. Die Ablehnung durch Verbraucher und Verarbeiter sowie Verunreinigungs-Pannen seitens der BASF führten zu dem Misserfolg der Gentechnik-Kartoffel Amflora, auf deren Zulassung die BASF 13 Jahre gewartet hatte. Der groß angekündigte Rückzug wird jedoch nicht gänzlich vollzogen, sondern ist eher als eine Warnung an die Politik zu verstehen, die nach Meinung der BASF die Gentechnik in Deutschland nicht ausreichend unterstützt. So will der Konzern andere gentechnisch veränderte Kartoffeln, für die bereits eine Zulassung beantragt ist, weiter fördern. Anfang April kündigte die BASF an, Freisetzungsversuche in Deutschland, Schweden und den Niederlanden durchzuführen. Für das Gen-ethische Netzwerk ist das Grund genug, gegen die Praktiken der BASF zu protestieren. Am Freitag wird das Netzwerk daher bei der BASF-Hauptversammlung mit einem Redebeitrag und Infomaterial präsent sein und auf die Probleme hinweisen, die der Einsatz der Agro-Gentechnik mit sich bringt.Berliner Umschau: BASF verdient nichts mit grüner GentechnikGeN: BASF-DossierInfodienst: Hintergrund Gentech-KartoffelGeN: BASF-Flyer

Brasilien: Erfolgreiche Sammelklage gegen Monsanto

Keine Gentechnik - 20. April 2012 - 15:25
Eine Gruppe brasilianischer Landwirte hat erfolgreich gegen den Saatgutriesen Monsanto wegen unzulässiger Lizenzgebühren geklagt. Ein Gericht im südlichen Bundesstaat Rio Grande do Sul hat ihnen recht gegeben, die Geschäftspraktiken von Monsanto verletzten das brasilianische Sortengesetz. Künftig ist es dem Konzern nicht mehr erlaubt, Lizenzgebühren für die Wiederaussaat zu erheben. Monsanto hat Einspruch gegen das Urteil eingelegt. Der Antrag des Konzerns, die Entscheidung des Gerichts aufzuheben, ist bislang ohne Wirkung. Vielmehr muss der Saatgut-Riese mit Strafgebühren von 400.000 Euro täglich rechnen, wenn er sich nicht an das Urteil halte. Die Rückzahlung der seit der Ernte 2003/2004 nicht rechtmäßig erhobenen Lizenzgebühren wird derzeit vom Obersten Gerichtshof geprüft und beläuft sich auf 6,2 Milliarden Euro. Ein harter Schlag für Monsanto. Denn Brasilien baut abgesehen von den USA weltweit die meisten Gentechnik-Pflanzen an. Der Unmut seitens der Landwirte wurde durch die 5-fache Erhöhung der Lizenzgebühren für die neue Gentechnik-Soja "Intacta RRpro" geschürt, die zur Saison 2012/2013 eingeführt werden soll und seit 2010 in Brasilien genehmigt ist. Monsanto rechtfertigt die Gebühren mit angeblichen Ersparnissen von Pestizid-Aufwendungen und Produktivitätssteigerung. Monsanto, USA: PressemitteilungSuperior Tribunal de Justiça (Oberster Gerichtshof Brasiliens): PressmitteilungDaniel Coelho Barbosa (Internationaler Agrar-Analyst): Bericht

Argentinische Aktivistin erhält hoch dotierten Goldman-Prize

Keine Gentechnik - 18. April 2012 - 17:15
Die argentinische Aktivistin Sofia Gatica ist mit dem Goldman Environmental Prize ausgezeichnet worden. Gatica kommt aus der Region Ituzaingó, deren Bewohner von Soja-Feldern umringt sind. Vor dreizehn Jahren bekam sie ein Baby, das drei Tage nach der Geburt an Nierenversagen starb. Auf der Suche nach Gründen für den Tod ihrer Tochter begann die Argentinierin, sich mit ihren Nachbarn auszutauschen. Sie gründete eine Initiative und fand durch Umfragen heraus, dass die Krebsrate in ihrer Gemeinde 41-mal höher ist als der argentinische Durchschnitt. Auch neurologische Krankheiten, Geburtsfehler und Kindersterblichkeit treten dort sehr häufig auf. Der Verdacht drängt sich auf, dass der massive Einsatz des Spritzmittels Roundup, gegen das die gentechnisch veränderten Soja-Pflanzen resistent sind, schuld ist an den häufigen Krankheitsfällen. Zumal das Gift mit Flugzeugen auf die Felder gesprüht wird, die in direkter Nachbarschaft zu Wohnhäusern liegen. Gaticas Kampagne gegen diesen Gift-Einsatz hat viel erreicht. Zusammen mit anderen Müttern konnte sie z.B. durchsetzen, dass das Sprühen aus der Luft im Umkreis von 2500 Metern um Wohnorte herum verboten wurde. 2007 bedrohte sie jemand mit einer Waffe und forderte sie auf, ihre Kampagne zu beenden. Der Goldman Prize ist einer der wichtigsten Umweltschutz-Preise und ist mit 150.000 Dollar dotiert. Er wird jährlich an Aktivisten vergeben, die sich persönlich mit wenigen Mitteln gegen Umweltzerstörung einsetzen. Mit der Verleihung an Sofia Gatica wurde das erste Mal eine Person geehrt, die sich mit viel Mut gegen große Agro-Chemie-Konzerne wie Monsanto einsetzt, und ist ein wichtiges politisches Zeichen aus den sonst sehr gentechnikfreundlichen USA.YouTube: 2012 Goldman Prize Winner for South and Central America: Sofia GaticaThe Goldman Environmental Prize, USA: Sofia Gatica - 2012 South & Central America - Argentina - Toxic & Nuclear ContaminationHarald Ebner: Glückwunsch zum "Umwelt-Nobelpreis" für Sofia GaticaInfodienst: Dossier zu Roundup und Gentechnik-Pflanzen

EFSA gibt Fehler zu

Keine Gentechnik - 18. April 2012 - 12:30
Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) gesteht endlich Fehler ein, die schon 2009 ans Licht kamen. Dies geht aus einer Antwort der EFSA an den EU-Ombudsmann hervor. Es geht um eine ehemalige Mitarbeiterin der Behörde, Suzy Renckens, die kurzfristig zum Gentechnik-Konzern Syngenta wechselte. Letztes Jahr stimmte der EU-Bürgerbeauftragte einer Beschwerde des Vereins Testbiotech zu und forderte die EFSA auf, Versäumnisse zuzugeben und seine Regeln in Bezug auf Interessenskonflikte zu verschärfen. Nun „bedauert“ die EFSA, Informationen nicht rechtzeitig weitergegeben zu haben. Mittlerweile hat Testbiotech weitere Fälle aufgedeckt, die die Unabhängigkeit der EFSA in Zweifel stellen. Anfang März dieses Jahres hatte die EFSA Verfahren veröffentlicht, mit denen sie ihre Mitarbeiter selbst besser kontrollieren will. Das Europäische Parlament gab sich damit nicht zufrieden und hat Ende März der Genehmigung des EFSA-Haushalts nicht zugestimmt, sondern will dies erst tun, wenn weitere Maßnahmen zur Vermeidung der Interessenskonflikte ergriffen worden sind.Testbiotech: Europäische Lebensmittelbehörde räumt Fehler einInfodienst Dossier: EFSA-ReformCorporate Europe Observatory, Belgium: European Parliament cracks down on EFSA

Türkei lehnt Anbau von Gentechnik-Pflanzen ab

Keine Gentechnik - 17. April 2012 - 11:20
Der türkische Landwirtschaftsminister Mehdi Eker hat sich klar gegen gentechnisch veränderte Pflanzen ausgesprochen. Es sei verboten, Gentech-Pflanzen in der Türkei herzustellen, sagte er bei einem Treffen mit Redakteuren der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu. Trotz Druck von internationalen Organisationen hat es in der Vergangenheit keinen Gentechnik-Anbau gegeben. Und dies soll auch zukünftig so bleiben, so Eker. Die Türkei habe außerdem ein Gesetz zur biologischen Sicherheit verabschiedet und ein Komitee eingerichtet, das Import-Produkte kontrolliere und bewerte, ob bestimmte Produkte die Gesundheit gefährden oder sozioökonomische bzw. Umwelt-Probleme mit sich bringen. Nachdem türkische Umweltverbände die Fütterung von Nutztieren mit gentechnisch veränderten Mais oder Soja kritisieren und ein Label für tierische Produkte forderten, kündigte Eker nun an, eine entsprechende Kennzeichnung einzuführen.Hürriyet, Turkey: GMOs shall not pass borders, Turkish agricultural minister declaresHürriyet, Turkey: GMO labels for products coming

Versuch mit Gentechnik-Bäumen in Neuseeland zerstört

Keine Gentechnik - 13. April 2012 - 18:25
Auf einer Versuchsanlage in Rotorua (Neuseeland) wurden Hunderte von Gentechnik-Kiefern zerstört. Noch hat sich niemand zur Tat bekannt und es bleibt fraglich wie die Täter überhaupt in das mit hohen Sicherheitsvorkehrungen abgeschirmte Areal eindringen konnten. Die Gentechnik-Kiefern wurden im August 2011 von Scion, einem Neuseeländischen königlichen Forschungsinstitut gepflanzt. Ziel des Versuchs war unter anderem die Überprüfung der Herbizidtoleranz. Die Präsidentin von GE Free NZ, Claire Bleakley, bezweifelt, dass die Aktion von einer Person aus ihrer Organisation stammt, kritisierte den Freilandversuch jedoch scharf. Es sei nicht einzusehen, warum so viele Millionen Dollar Steuergelder in ein Forschungsvorhaben gesteckt würden, dessen Produkt keinen Nutzen für die Bevölkerung habe. Sie sieht darin keinen Akt von Vandalismus sondern vielmehr einen radikalen Protest gegen das Forschungsinstitut Scion, welches weiterhin Steuergelder vergeudet. Scion kündigte an, die Sicherheitsverkehrungen noch weiter anzuheben, da es die Versuche auf alle Fälle fortsetzen will.Scion, New Zealand: Scion’s field trial deliberately destroyedGE Free NZ: PressemitteilungThe Daily Post: Scion GM pine trees destroyed by vandalsNew Neuseeland: Nachrichtenbeitrag

Polen kündigt Gentechnik-Verbot an

Keine Gentechnik - 13. April 2012 - 15:20
Polens Landwirtschaftsminister hat ein offizielles Verbot des Gentechnik-Maises MON810 angekündigt. Die jüngsten Proteste von Imkern und Gentechnik-Kritikern haben offenbar Wirkung gezeigt. Ende März sind Tausende in einem bunten und sehr eindrucksvollen Marsch in Warschau gegen Gentechnik auf die Straßen gegangen. Imker haben aus Besorgnis über das wachsende Bienensterbens eimerweise tote Bienen auf die Treppen des Landwirtschaftsministeriums gekippt. Letzte Woche trommelten Gentechnik-Aktivisten von Greenpeace und weitere NGOs vor dem Kanzleramt auf die weltweit größte Trommel gegen Gentechnik und überreichten eine von 40.000 Bürgern unterzeichnete Petition gegen Gentechnik. Mit den Aktionen wollen sie die Regierung bekräftigen, den von Landwirtschaftsminister Marek Sawicki eingereichten Vorschlag für eine Verordnung, den Gentechnik-Mais zu verbieten, zu stützen. Der Gentechnik-Mais soll wegen einer möglichen Verunreinigung des polnischen Honigs und der daraus resultierenden wirtschaftlichen Verluste verboten werden. Zwar durfte bisher in Polen kein Gentechnik-Saatgut gehandelt werden, doch wird in den Statistiken der Industrie ein Anbau von geschätzt 3.000 ha verzeichnet. Thenews.pl: Poland to ban GM crops?International Coalition to Protect the Polish Countryside: Festival "Stoppt GVO"taz: Halblegale Gentechnik in Polentop agrar online: Polen will GVO-Mais verbieten

Freisetzungsversuche mit BASF-Gentechnik-Kartoffeln

Keine Gentechnik - 10. April 2012 - 14:25
BASF hat vergangenen Donnerstag Freisetzungsversuche mit den gentechnisch veränderten Kartoffeln Modena und Fortuna angekündigt, die noch im Zulassungsverfahren stecken. Die Pressmitteilung hat Verwirrung ausgelöst, da der Konzern Mitte Januar seinen Rückzug aus Entwicklung und Kommerzialisierung für Kartoffel-Produkte angekündigt hatte, die ausschließlich für den europäischen Markt bestimmt seien. Das betraf aber lediglich die Gentechnik-Kartoffel Amflora und Neuentwicklungen. Der laufende Zulassungsprozess der Gentechnik-Kartoffeln Modena, Fortuna und Amadea wird in Deutschland zu Ende gebracht. Dieses Jahr belaufen sich die Versuchsflächen in Deutschland, Schweden und den Niederlanden auf eine Fläche von insgesamt weniger als 1 Hektar. Zweck der Freilandversuche ist die Pflanzgutvermehrung, da Kartoffeln nur begrenzt lagerfähig sind. Aber auch der Überprüfung der Leistungsfähigkeit sowie der Resistenzeigenschaften der Gentechnik-Kartoffeln soll der Versuch dienen. Amadea und Modena sind gentechnisch veränderte Stärkekartoffeln, die in ihren Eigenschaften vergleichbar mit der umstrittenen Gentechnik-Knolle Amflora sind, aber laut BASF kein Antibiotikaresistenz-Markergen in sich tragen. Die Akzeptanz bei der verarbeitenden Stärkeindustrie und den Verbrauchern dürfte trotzdem schwach sein. Die Gentechnik-Kartoffel Fortuna soll gegen die Kraut- und Knollenfäule resistent sein und ist für den Verzehr bestimmt. Sie steht bei Experten in der Kritik, da die Resistenz nur auf wenigen Genen basiert und anzunehmen ist, dass sie schon in kurzer Zeit durchbrochen sein wird.BASF: PressemitteilungInfodienst: Hintergrund Gentech-Kartoffel

70 Organisationen fordern Gentechnik-Moratorium in Mexiko

Keine Gentechnik - 5. April 2012 - 14:55
Über 400 Teilnehmer von 70 Organisationen nahmen Ende März an einer internationalen Bio-Imker-Konferenz in Mexiko teil. Herausgekommen ist eine Petition, mit der sie die mexikanische Regierung dazu aufrufen, ein Gentechnik-Moratorium zu verhängen. Denn der Anbau gentechnisch veränderter Soja- und Mais-Pflanzen, der vom mexikanischen Landwirtschaftsministerium genehmigt wurde, bedroht 40.000 Imker-Familien, berichtet der Anbauverband Naturland in einer Pressemitteilung. Mexiko ist der drittgrößte Honig-Exporteur der Welt und viele Lieferungen gehen in die EU. Da der Europäische Gerichtshof im September letzten Jahres beschloss, dass Honig, der Pollen nicht zugelassener gentechnisch veränderter Organismen enthält, hierzulande nicht verkehrsfähig ist, ist die Existenz der mexikanischen Imker durch den Gentech-Anbau in Gefahr. In dem Schreiben an die politisch Verantwortlichen in Mexiko beziehen sich die Konferenzteilnehmer auch auf das in Peru verhängte Gentechnik-Moratorium, das so lange gelten soll, bis wissenschaftlich belegt ist, dass durch Gentech-Pflanzen keine Gefahr für Umwelt, Gesundheit und die Biodiversität besteht.Bio-Markt.Info: Internationale Bio-Imkereikonferenz fordert Gentechnik-MoratoriumBio-Markt.Info: Beekeeper PetitionNaturland: Naturland fordert Stopp von GVO-Pflanzen in Mexiko!

Kommission will GVO-Verunreinigungen in Lebensmitteln tolerieren

Keine Gentechnik - 4. April 2012 - 12:50
Die EU-Kommission will nicht-zugelassene gentechnisch veränderte Organismen auch in Lebensmitteln tolerieren, kündigte ein Kommissions-Mitarbeiter an. Vor einem Jahr hatte die Kommission mit Zustimmung der Bundesregierung beschlossen, dass die Null-Toleranz für Verunreinigungen mit in der EU nicht zugelassenen GVO in Futtermitteln aufgehoben wird. Hersteller gentechnikfreier Lebensmittel beklagen, dass ihre Produkte durch diese Regelungen schleichend mit Gentechnik verunreinigt werden. Futtermittel- und Gentechnik-Industrie argumentieren immer wieder, dass Rohstoffe knapp werden, wenn die EU an ihren strengen Grenzwerten festhält, obwohl es in der Vergangenheit kaum verunreinigte Lieferungen gab. Gentechnik-Kritiker sehen in der Aufhebung der Null-Toleranz eine Lizenz zur Verunreinigung und halten sie für rechtswidrig. Der Europäische Gerichtshof hat in einem wegweisenden Urteil im September letzten Jahres den Grundsatz der Null-Toleranz für Spuren von nicht genehmigten gentechnisch veränderten Organismen bestätigt. Die Kommission will dennoch in den kommenden Wochen einen Vorschlag vorlegen, der vom Ständigen Ausschuss für die Lebensmittelkette abgestimmt werden muss. Die Regelung könnte noch vor der Sommerpause in Kraft treten.Agrarheute: Lebensmittel: EU-Kommission will GVO-Grenzwert aufweichenInfodienst: Null-Toleranz für nicht zugelassene GVOs
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    Nutzen Sie auch den Händlerservice für die Anforderung von Mustern, Informationen und Verkaufsförderungsmaterial. Dort finden Sie auch die Firmen, die im April in Schrot&Korn inserieren. Die gedruckten Ausgaben erscheinen am 25.04.2012.  

     

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  3. Taifun: 25 Jahre Tofu-Pionier

    Die 80er-Jahre in Freiburg 
    Eine kleine Küche, ein Sack voll Sojabohnen, Menschen mit Visionen und einer gemeinsamen Leidenschaft – TOFU! Was für eine kleine Gruppe fast im Verborgenen begann, hat auf dem folgenden Weg immer mehr Menschen mitgenommen und begeistert.
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